Übersicht
Den Kindern die Natur näher zu bringen, liegt uns sehr am Herzen. Daher hat sich unsere ehemalige Kollegin Frau Gudrun Krüger im Jahr 1999 verantwortlich gefühlt, das auch in unserer Einrichtung umzusetzen. Gemeinsam mit einigen Eltern baute sie zu Beginn eine kleine Waldhütte. Zu dieser ging sie mit den Vorschulkindern einmal in der Woche, so wurden unsere Waldtage ins Leben gerufen. Aufgrund einiger Sachbeschädigungen wechselten wir den 2007 den Standort. In den vergangenen Jahren kamen immer mehr Spiel- und Erkundungsmöglichkeiten dazu. Derzeit haben wir eine große Waldhütte, Tische und Bänke, zwei kleinere Waldtipi, eine lange Hütte und eine große Spielküche, die 2023/ 2024 erneuert wurde. Außerdem gibt es einen Hindernissparcour, eine Raupe zum Balancieren, Sandberge und viele weitere Beschäftigungsmöglichkeiten.
Bis auf die kleinsten Gruppen gehen alle Kinder regelmäßig – einmal die Woche – in den Wald. Innerhalb weniger Minuten ist unsere Waldkita gut zu Fuß zu erreichen. Einmal in 8 Wochen geht die Vorschulgruppe zur „Waldwoche“. In dieser gehen sie bereits um 07:30 Uhr mit Rucksäcken bepackt, in den Wald und beginnen den Tag mit einem ausgiebigen, gemeinsamen Frühstück. Im Anschluss daran wird die Zeit zum Freien Spiel genutzt. Auch im Wald werden täglich verschiedenste pädagogische Angebote durchgeführt.
Warum liegt uns der Wald so am Herzen?
„Jedes Kind kennt Pikachu, aber keiner weiß mehr wie ein Dachs aussieht.“ – Robert Marc Lehmann, Meeresbiologe; Tier- und Umweltschützer
Mit unserem Waldprojekt möchten wir gezielt den Umgang der Kinder mit der Natur fördern. Da wir sowohl im Sommer als auch im Winter in die Waldkita gehen, erleben sie die Natur ganzheitlich. Die Mädchen und Jungen erfahren hautnah wie die Zugvögel im Frühling wiederkehren, wie sie sich Nester bauen und später ihre Eier ausbrüten. Wir begleiten die Pflanzen im Frühjahr beim Wachsen und im Herbst beobachten wir, wie die Blätter vom Baum fallen. Wir erkunden die verschiedenen Baumarten, untersuchen Insekten und Spinnen unter der Lupe. Wir balancieren über Baumstümpfe, schauen beim Waldspaziergang nach dem Bieber und klettern auf Bäume. Auf Grund des frühen Umgangs mit der Natur lernen die Kinder so im späteren Leben die Pflanzen- und Tierwelt mehr zu schätzen.
Ziel des Waldprojektes ist, dass die Kinder:
sich gern im Wald aufhalten
Achtsamkeit und Wertschätzung für die Natur entwickeln
das Jahr und die Jahreszeiten bewusst erleben
kreative Spielideen mit Naturmaterialien entwickeln
Bäume kennen und unterscheiden lernen (Laub- und Nadelbäume, ebenso wie Kiefer, Birke, Eiche)
Pilze kennen lernen (z.B. Butterpilze, Steinpilze, Maronen, aber auch wunderschöne giftige Fliegenpilze)
den Umgang mit Werkzeugen kennenlernen
das Laufen und das Stehen auf dem Moos und das Fühlen von dicken weichen Moos
den Eichelhäher als „Waldpolizist“ kennen lernen und dessen Aufgabe als Eichenpflanzer beobachten
Kastanien, Stöcker, Blätter, Eicheln uvm. Sammeln
Für unsere „Waldzwerge“ gibt es hier Erholung, keine Hektik, viele neue Entdeckungen, Spannendes, denn unter jedem Baum oder Strauch kann etwas Unerwartetes liegen. Man kann sich gut verstecken. Die Kinder haben Platz, um sich frei zu bewegen, zu lachen, zu träumen, zu weinen, zu singen und zu tanzen. Der Bewegungsdrang der Kinder kann ungehindert ausgelebt werden, die erholsame Umgebung und die frische Luft stärken die körperliche und seelische Gesundheit der Kinder. Wind und Wetter ausgesetzt zu sein stärken aus medizinischer Sicht das Immunsystem. Kraft, Ausdauer, Sicherheit und Selbstvertrauen nehmen zu (durch Klettern und Balancieren), eigene Kräfte können erprobt werden, eigene Grenzen gefunden werden.


